doghouse.theater am Fenster

Was unter den derzeitigen Bedingungen das Stattfinden von performativen und interdisziplinären Veranstaltungen unmöglich macht ist, dass Künstler und Zuschauer nicht im selben Raum zusammenkommen können. Intimität und Wechselwirkung von Zuschauer und Performer kann nicht wie bisher hergestellt werden, ist aber nach wie vor essentiell für die performativen Künste aller Disziplinen. Die technische Unmöglichkeit des bloßen Übertragens dieser Eigenart des Performativen in den sicheren digitalen Raum, zwingt zu weitergedachten Lösungsansätzen, die das Besondere erhalten und nicht opfern. So kamen wir auf die Idee des performativen Schaufensters, mitten in den Räumen, die auch derzeit noch das Präsentieren und Interagieren möglich machen:

Einzelhandelsflächen im städtischen Raum.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, in Schaufenstern gedacht als Echtzeit Analog Bildschirme, die immer schon etwas Arrangiertes an sich hatten (heute auch mit den ästhetischen Mitteln aus Bild, Video, Sound arbeitet, wie ähnlich die Kunst auch) die selben Mittel zu nutzen, um das Performative in Räume zu bringen, die auch jetzt das Besondere der performativen Künste wirksam werden lassen könnten. Wir legen es nicht darauf an, Veranstaltugssituationen zu erzeugen, wie sie bisher funktionierten, sondern den zufälligen Rezipenten analog anzubieten, kurzweilige Formate beim Einkaufen sehen zu können, kurz zu verweilen, um dann weiterzugehen. Dazu gehört für uns auch die Verantwortung, das unkontrollierte Entstehen von rechtlich ungedeckten Zusammenkünfte zu verhindern. Daher konzentrieren wir uns auf Miniaturen und repetitive performative Installationen, die eher zum Widerkommen, als zum stundenlangen Verweilen einladen. Gleichzeitig sollen komponierte Eindrücke als Stream zusammengefasst und im Internet zugänglich gemacht werden. Weiter wollen wir versuchen, unsere Tätigkeiten in der außerschulischen kulturellen Jugendarbeit in dieses Vorhaben zu integrieren, da auch diese Arbeit anderen Gesetzmäßigkeiten unterliegt, als die kulturellen Veranstaltungen ohne direkten Bildungsauftrag. Wie wir diese Ziele konkret erreichen wollen, fasst Folgendes zusammen.

Als allererstes muss von uns erforscht werden, welche Potentiale in der interdisziplinären performativen künstlerischen Nutzung von Verkaufsflächen zu finden sind. Diese Erkenntnisse wollen wir durch Eigenproduktionen, Kooperationen und durch kulturelle Vermittlungsarbeit nutzbar machen. Dabei sollen uns Improvisationsanordnungen, Neuauflagen von vergangenen Performances, Kooperationen mit befreundeten interdisziplinären Künstlern und die pädagogische Arbeit mit angebundenen Zielgruppen Ausgangspunkte und Material für unsere Versuche stellen. Konkreter also:

  • Neuinszenierung von „EinZweifelhaftes“ (SeRoTonin)
  • Fragmentarische transdisziplinäre Miniaturen aus dem Monolog „Lüge“ (Severin Roth)
  • Experimente mit interaktiven Multimedialen Installationen
  • Echtzeit Video Experiemente / Digitales Objekttheater
  • Aufnahmen von Live-Musikern als Ausgangsmaterial für Projektionen auf das Schaufenster und gleichzeitiges Streamen auf unsere Homepage
  • Literarische Experimente in visueller und auditiver Darstellung
  • Fortsetzung DigitalWerkstatt für Kids (gefördert vom Kulturrucksack)
  • Präsentation von Live-Film Performances der Gruppe NANAKE! (Erwachsenenkurs)
  • Improvisationen mit vorhandenen Mitteln
  • Licht- und Geräuschinstallationen
  • usw.

Da wir den Raum in der Essener Innenstadt lediglich zur Zwischennutzung zur Verfügung haben, somit bei finanzierten Mietanfragen unser Vorhaben dort sofort endet, können wir nur kurzfristig planen. Dennoch wollen wir die beschriebenen Maßnahmen so durchführen, dass selbstständige Einnahmen oder Fördermittel generiert werden können, um den derzeitigen Raum langfristig nutzen zu können. Da die Absprachen mit den Vermietern deckungsgleich sind mit unseren Vorstellungen, sind wir optimistisch.

Alles weitere folgt.

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