Hybrides Objekttheater – Bestimmung Digitaler Objekte

Nachfolgend soll ein Versuch unternommen werden, sich dem Begriff „Hybrides Objekttheater“ vorläufig anzunähern und unterschiedliche Kategorien einzugrenzen. Dabei wird von der zugrundeliegenden Technik ausgegangen und die jeweils damit verbundenen Qualitäten und Potentiale beschrieben. Dieser Text wird sich im Laufe der Projektarbeit der „Werkstatt für Hybrides Objekttheater“ erweitern und korrigieren.

Als theaterpädagogischen Einstieg in die Arbeit mit Objektbezogenen Performativen Spielarten entschieden wir zunächst von drei klassischen Kategorien auszugehen, welche nicht starr abgegrenzt sind, sowie nicht zwingend die Fülle an Objektspielarten in Gänze abbilden.

Diesen klassischen Formen werden versuchsweise Hybride Varianten gegenübergestellt, woraus sich die ersten Annäherungen an Hybrides Objektspiel ergeben könnten. Hybrid meint hier die angestrebte Verschmelzung von Digitalen und Physischen Elementen mit dem Ziel die Möglichkeiten der Digitalität, in Raum und Gleichzeitig mit den Subjekten zu holen. Auf diese Weise soll an „Autopoetische Feedbackschleife“, „Ko-Existenz“ und das „Knistern“ erinnert werden. Diese Aspekte sind doch gerade diese, die das Theater und das Objektspiel von allen anderen Kunstformen unterscheidet und daran erinnert welchen rituellen, verbindenden Ursprung das Performative hat und wie menschliches Aushandeln von Sein und Welt immer Teil dieser Zusammenkünften gewesen ist. Noch scheint die Virtuelle Realität die Tendenz zur Vereinzelung zu verstärken, als die performativen Räume ins unendliche zu erweitern. Das Versprechen von Überwindung von Raum und Zeit, ohne dabei das „besonders menschliche“ zurücklassen zu müssen, muss erst noch eingelöst werden. Ausgehend von dem Hybriden Ansatz wollen wir genau dieses „besonders menschliche“ zunächst behutsam mit der Digitalität bekanntmachen.

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Kulturrucksack: AbschlussClip Online-Workshop

Hier ein Zusammenschnitt der Ergebnisse aus dem OnlineWorkshop zum Digitalen Puppenspiel mit Kindern ab 10 Jahren. Gefördert wurde das Projekt vom Kulturrucksack Essen.

Selina und Severin bieten auch dieses Jahr in den Sommerfereien wieder ein offenes Angebot für Kids ab 10 Jahren an. Marionetten zeichnen am Computer, Bildbearbeitung für Szenenhintergründe und natürlich das Spielen von selbst entwickelten Szenen – das erwartet die Kids ab dem 5.7.2021 Montags zwischen 15 – 18 Uhr und an drei Workshoptagen (23./30.7. + 13.8. 12-17 Uhr). Das Angebot ist kostenlos. Man muss nicht an allen Terminen können, um mitzumachen. Bitte vorher Anmelden! digitalkids@doghouse.theater oder Whatsapp an 0176 – 63158682

Weitere Informationen bald!

Stipendium: Abschlussbericht zur Dynamischen Digitalen Maske

Die grüne Fläche kann jedes Bild, Video oder Videostream sein.

Für Interessierte hier eine Zusammenfassung der Recherche zur Umsetzbarkeit von „Dynamischen Digitalen Masken“ mit LowBudget Mitteln. Danke an DiniDynamite, die im letzten Sommer mit unserer Gruppe Geister 1/0 den ersten Versuch unternommen hat.

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Ausschreibung: Jugendwerkstatt für Hybrides Objekttheater

"You put on the videohelmet
 And you quickly realize that this is not just another videogame
 Your entire field of vision fills with another worldly scene
 You're in the game
 One day will come you enter the cyberspace
 And you never, never want to get out
 Cause reality is shit and cyberspace is gone" 
(Delete Yourself - Atari Teenage Riot)

Nach dem Start der Digitalen SommerTheaterwerkstatt im letzten Sommer, aus der die Geister 1/0 und die RüKidsDIGITAL hervorgegangen sind, haben wir nun einen Meilenstein für das doghouse erreicht: die auf zwei Jahre angelegte Jugendwerkstatt für Hybides Objekttheater wurde von LAG Soziokultur NRW und dem Ministerium für Kunst und Wissenschaft bewilligt. Ab April diesen Jahres beginnen wir die Arbeit am Hybriden Objekttheater mit jungen Erwachsenen ab 16 Jahren (~26 Jahre). Dazu gehören vor allem Digital Puppetry, Interaktive Videoprojektionen, Animation von Digitalen Objekten, Videoperformance / Dynamic Projectionmapping sowie Text und Stimmarbeiten.

Thematisch wenden wir uns der dringenden Frage zu, wie die klassischen performativen Räume um die Dimensionen des Digitalen erweitert werden können und was dies für das Individuum und dessen Verhandlung mit der Gesellschaft bedeutet. Was bedeutet schon Individualität, wenn Identitäten digitalisiert und kopiert werden können? Wie erfährt der Mensch durch kalte Bildschirme die Wärme der Liebe? Was bedeutet der Tod noch, wenn die Seele, so es sie gibt, elektrisch konserviert werden kann? Was müssen virtuelle Körper hergeben, wenn sie ein Upgrade für den Sterblichen darstellen sollen und dazu noch Klasse, Rasse und Geschlecht überwinden müssen? Wie muss der Digitale Raum gestaltet werden, wenn Menschliches dort sein will oder dazu gezwungen ist? Dabei gehen wir weit über soziale Netzwerke hinaus und wollen konkrete sprachliche und visuelle Annäherungen denken, die im Spiel erahnen lassen, auf welche Weise der (r)evolutionäre Schritt ins Digitale gegangen werden könnte – wenn es irgendwann konsequent möglich ist. Allerdings bestehen wir darauf, das Virtuelle in den Raum zu holen und nicht die Menschen zu vereinzeln, um außschließlich Online menschliche Nähe zu simulieren. Das Knistern im Raum, ist nicht Browser-kompatibel – aber ist der Zauber, den das Performative so besonders macht. Wir wollen künstlerische Formen des Digitalen erforschen, die im analogen Raum mit dem Theater verschmelzen könnten – die Virtuellen Dingwesen aus den Bildschirmen befreien und in einen performativen Dialog treten. Auf den Spuren der Versöhnung von Subjekt und Objekt …

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